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Die Hälfte der neu geborenen Deutschen wird ihren 100. Geburtstag erleben

Dass wir immer älter werden, hat sich herumgesprochen. Doch von ernsten Konsequenzen ist kaum die Rede. Demografie-Forscher James Vaupel drängt im Interview mit der ZEIT auf drastische Reformen.

Eine biologische Altersgrenze gibt es nach Ansicht des Rostocker Demografie-Experten James Vaupel nicht. "Innerhalb der vergangenen 160 Jahre stieg die Lebenserwartung in jeder einzelnen Dekade um 2,5 Jahre." Ein Ende sei nicht in Sicht: "Es gibt keine Indizien, dass sich der Anstieg der Lebenserwartung abflacht." Schon jetzt könne die Hälfte der Neugeborenen in Ländern wie Deutschland, Frankreich oder Japan davon ausgehen, ihren 100. Geburtstag zu erleben. "Das Leben ist wie ein Haus - wenn man es sorgfältig pflegt und immer repariert, kann es sehr, sehr alt werden."

Der Direktor am Max-Planck-Institut für Demografie in Rostock hat dabei keine Angst vor einem Pflegeheim Bundesrepublik, die Menschen würden gesund altern: "Es ist schwierig, sehr alt zu werden, wenn man krank ist. Es ist die gesunde Lebenserwartung, die nach oben zeigt."

Vaupel fordert drastische Reformen: Eine längere Lebensarbeitszeit und eine Anpassung der Aus- und Fortbildung: "Ältere Arbeitskräfte müssen neue Fertigkeiten lernen oder einen ganz neuen Beruf." Es sei sinnvoll, im Alter länger zu arbeiten und dafür in anderen Lebensphasen mehr Zeit zu haben: "Reformen am Arbeitsmarkt sollten die Leute im mittleren Alter entlasten und die Alten mehr arbeiten lassen. Die können doch eine Menge. Denken sie an den neuen Papst. Der ist 78!"

Das komplette Interview der ZEIT Nr. 19 vom 4. Mai 2005 finden Sie >> hier.

 

 

 


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