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Insgesamt 21 Partner aus 6 europäischen Ländern arbeiten
hier an intelligenten technologischen Lösungen, die älteren Menschen
Services für mehr Unabhängigkeit bereitstellen. Mit einem Gesamtvolumen
von 12 Millionen Euro, angelegt auf dreieinhalb Jahre, ist es eines der größten
EU-geförderten Projekte im Bereich Ambient Intelligence.
Der demographische Wandel stellt eine der größten
Herausforderungen für Europa dar. Denn eine immer höher werdende Lebenserwartung
der Bevölkerung bedeutet für die Staaten auch, neue Lösungen
für auftretende soziale und ökonomische Probleme finden zu müssen.
Vor allem die Betreuung alter oder kranker Menschen in Pflege- und Altenheimen
ist dabei ein stetig wachsender Kostenfaktor. Auch für die Betroffenen
selbst ist ein Umzug in betreute Wohnanlagen meist eine große Belastung,
bedeutet er doch, die persönliche Unabhängigkeit aufgeben zu müssen.
Hier setzt das EU-geförderte Projekt "PERceptive Spaces prOmoting
iNdependent Aging" an. Die Vision der Projektpartner ist es, Systeme bereitzustellen,
die Unabhängigkeit, soziale Beziehungen und einen gesunden Lebensstil älterer
Personen fördern. Ihnen soll so ermöglicht werden, länger in
ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben und einen Umzug in ein Altenwohn- oder Pflegeheim
hinauszuzögern oder sogar zu vermeiden.
Um diese Vision zu verwirklichen, arbeiten die Forscher an einer
skalierbaren Technologieplattform, die als Basis für künftige Entwicklungen
im Bereich Ambient Intelligence dienen soll. Die Plattform erlaubt es unterschiedlichen
Geräten, sich zu vernetzen und untereinander zu kommunizieren. So entstehen
reaktionsfähige Umgebungen, die in der Lage sind, die Situation des Benutzers
zu analysieren, seine Präferenzen und Intentionen zu erkennen und entsprechend
zu reagieren. In Zukunft könnten beispielsweise Analysewerkzeuge Objekte
aus Videodaten erkennen und den Bewohnern so Gefahren melden. Und neue, intuitive
Eingabewerkzeuge erlauben eine effektive Kommunikation und Interaktion mit der
Umgebung. Auch bei täglichen Aktivitäten wie Duschen, Kochen, Einkaufen,
Einhalten von Terminen und Befolgen medizinischer Anweisungen sollen die intelligenten
Systeme den Benutzer unterstützen. Die Idee dieses umgebungsgestützten
Lebens (Ambient-Assisted Living, AAL) beschränkt sich dabei nicht auf die
Wohnräume der Senioren. Die Technologie soll möglichst viele Lebensbereiche
durchdringen und möglichst viele verschiedene Aufenthaltsorte abdecken,
von der eigenen Wohnung über die Nachbarschaft bis hin zu städtischen
Räumen.
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung
IGD ist ein leitender Technologiepartner des Projekts. Die Darmstädter
Wissenschaftler sind verantwortlich für die architektonische Spezifikation
der Plattform. Dies bedeutet, sie sorgen dafür, dass die Plattform einfach
an unterschiedliche Anwendungsfälle und für verschiedene Geräte
angepasst werden kann. Auch die nahtlose Integration von Multimedia und die
Untersuchung neuartiger Interaktionsmöglichkeiten in AAL-Umgebungen liegen
im Verantwortungsbereich des Fraunhofer IGD. Zusätzlich arbeitet das Institut
an der Bereitstellung einer intelligenten Middleware.
Weitere Informationen zum Projekt PERSONA finden Sie in Kürze
im Internet unter http://www.aal-persona.org.
Ansprechpartner:
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
Dr. Reiner Wichert
Leiter Abteilung Interaktive Multimedia Appliances
Fraunhoferstraße 5
64283 Darmstadt
Telefon: +49 6151 / 155-574
Fax: +49 6151 / 155-480
E-Mail: reiner.wichert@igd.fraunhofer.de
Internet: http://www.igd.fraunhofer.de/igd-a1/projects/persona
Kurzprofil Fraunhofer IGD
Das Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD betreibt angewandte
Forschung im Bereich der graphischen Datenverarbeitung. Zu den Kernkompetenzen
des Instituts gehören unter anderem Visualisierung und Simulation, Animation,
Modellierung, Virtuelle und Erweiterte Realität, Sicherheitstechnologien
sowie Ubiquitous Computing. Die Forschungsarbeiten konzentrieren sich auf drei
Schwerpunkte: Den Erhalt von Semantik über den gesamten Modellierungsprozess
hinweg, die Wechselwirkung von Graphik und Vision sowie die Bearbeitung bibliothekarischer
Fragestellungen im Kontext dreidimensionaler Modelle. Das Anwendungs-spektrum
der innovativen Konzepte, Modelle und Praxislösungen reicht von Virtueller
Produktentwicklung über Medizin und Verkehr bis zu Multimedialem Lernen
und Training. Im Auftrag von Kunden entstehen Prototypen und Komplett-Systeme,
die optimal auf deren spezifische Anforderungen abgestimmt sind. So entwickeln
die dreizehn Abteilungen in Darmstadt, Rostock und Singapur neue Technologien,
erstellen Studien und realisieren Anwendungen und Systeme (Hard- und Software),
die sich durch hohe Benutzerakzeptanz, gute Bedienbarkeit und ergonomische Gestaltung
auszeichnen. Die Forschungs- und Entwicklungs-projekte des Fraunhofer IGD haben
direkten Bezug zu aktuellen Problemstellungen in Industrie und Wirtschaft. Zahlreiche
Ausgründungen gewährleisten, dass Prototypen schnell in marktfähige
Produkte umgesetzt werden.
Das Fraunhofer IGD kooperiert eng mit der Technischen Universität
Darmstadt, der Technischen Universität Graz und der Universität Rostock.
Das Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur, gegründet
1998, sichert die Präsenz auf den Zukunftsmärkten Asiens. Das Fraunhofer
IGD beschäftigt in Darmstadt und Rostock rund 140 feste Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter, unterstützt durch etwa 140 wissenschaftliche Hilfskräfte.
Der Etat betrug 2006 über 14 Millionen Euro.